Snooker-Saisonkalender 2025–26: Alle Turniere im Überblick

Snooker-Turnierhalle mit beleuchtetem Tisch in der Mitte und leeren Zuschauerreihen vor Beginn eines Tour-Events

Eine Saison, die nie wirklich aufhört

Wer das erste Mal versucht, den Snooker-Kalender komplett zu überblicken, geht in die Knie. Über zwanzig Tour-Turniere, drei Kontinente, Formate zwischen Best-of-5 und Best-of-35, Preisgelder von wenigen Hunderttausend bis 2,395 Millionen Pfund — das ist eine Sportart in permanenter Bewegung. Ich pflege seit Jahren eine eigene Tabelle, weil ich mir die Termine sonst nie merken könnte.

Was die Saison 2025–26 besonders macht: Sie hat den schwerpunktmässigen Verschiebungseffekt nach Asien und in den Nahen Osten in einer Klarheit, die noch vor fünf Jahren undenkbar war. China veranstaltet 5 bis 6 grosse Snooker-Events pro Saison, und Saudi-Arabien hat sich mit dem Saudi Arabia Snooker Masters dauerhaft in die Tour eingeschrieben.

In diesem Beitrag gehe ich die Turnierserie durch — Triple Crown, China, Naher Osten, Europa — und schliesse mit einer Einschätzung, welche Events aus Wettsicht echte Substanz haben.

Die Triple Crown: drei Turniere als Saisonschlüssel

Wer Snooker nur über die Triple Crown verfolgt, kennt drei Termine: die UK Championship im November und Dezember in York, die Masters im Januar im Alexandra Palace und die Snooker-WM von April bis Mai im Crucible Theatre Sheffield. Diese drei Turniere bilden die historische DNA des Sports.

Die WM 2026 fand vom 18. April bis 4. Mai im Crucible Theatre statt — das 50. aufeinanderfolgende Jahr am gleichen Austragungsort. Total prize fund: 2,395 Millionen Pfund, Siegerprämie: 500.000 Pfund. Wu Yize gewann das Finale gegen Shaun Murphy mit 18:17 und kassierte die Siegerprämie. Titelverteidiger Zhao Xintong fiel dem Crucible Curse zum Opfer und schied im Viertelfinale gegen Murphy aus.

Diese drei Turniere haben aus Wettsicht eine Sonderstellung. Sie sind die einzigen Events, bei denen alle wichtigen Anbieter ein tiefes Marktangebot publizieren — Outrights, Frame-Handicaps, Century-Märkte, Highest Break. Wer Snooker als Wettsportart ernst nimmt, baut seine Saison um diese drei Anker.

Eine Beobachtung, die diese Anker-Funktion zusätzlich begründet: Die Triple-Crown-Turniere ziehen die Spielerelite überdurchschnittlich an, und sie zwingen alle Wettenden ins selbe Marktfenster. Die Liquidität der Quoten ist deshalb höher, die Marge entsprechend kompetitiver. Bei kleineren Tour-Events sehe ich regelmässig Quotenschlüssel unter 90 Prozent — bei der WM dagegen erreichen wir die 94 bis 95 Prozent, die das obere Ende des Snooker-Korridors ausmachen. Das ist ein versteckter, aber realer Vorteil für Spieler, die selektiv auf Triple Crown setzen.

Die China-Events: 5 bis 6 grosse Turniere

China veranstaltet jährlich 5 bis 6 grosse Snooker-Events. Für die Saison 2025–26 sind unter anderem der World Grand Prix in Hongkong in der Kai Tak Arena geplant — mit einem Preisgeld von rund 700.000 Pfund — und die China Open in Taiyuan mit 1,2 Millionen Pfund.

Diese Events sind nicht nur sportlich relevant, sondern wirtschaftlich. Rund 150 Millionen Menschen in China sahen das Snooker-WM-Finale 2025 mit Zhao Xintongs Sieg. Diese Reichweite hat Folgen für die Tour: Mehr chinesische Spieler in den Top 16, mehr chinesische Events im Kalender, mehr Sponsoring aus chinesischen Quellen.

Jason Ferguson, Chairman der WPBSA, bringt die Verbindung auf den Punkt: „China and snooker are a marriage made in heaven.“ Diese Aussage ist nicht Höflichkeit, sondern strategische Realität. World Snooker schätzt rund 350 Millionen Snooker-Fans in Asien, und 80 Prozent der chinesischen Fans sind 50 Jahre alt oder jünger — gegenüber nur 27 Prozent im UK.

Für Wettende heisst das praktisch: Die China-Events haben oft asiatisch-zeitlich ungünstige Anstosszeiten — vormittags oder mittags in Europa — was die Live-Wettnachfrage drosselt. Pre-Match-Märkte sind dafür meist solide vorhanden, mit Ausnahme der Spezialmärkte, die nur bei Triple Crown ihre volle Tiefe entfalten.

Hinzu kommt ein Detail, das die Quotenanbieter unterschiedlich behandeln: die Bewertung der chinesischen Spieler-Heimstärke. Zhao Xintong, Ding Junhui, Si Jiahui und andere haben in China-Events historisch ein leicht höheres Niveau als an europäischen Austragungsorten — was Publikum, Klima und Zeitumstellung als Erklärung anbieten. Manche Buchmacher bilden diesen Heimvorteil in den Quoten ab, andere nicht. Wer den Unterschied erkennt, findet gelegentlich Wertfenster bei chinesischen Spielern in Hongkong oder Taiyuan, die in europäischen Events nicht existieren.

Der Nahe Osten: Riad als neue Saisonadresse

Der Saudi Arabia Snooker Masters hat sich in den letzten zwei Saisons zu einem festen Termin in der Tour entwickelt. Mit hohen Preisgeldern, einer eigenen Golden-Ball-Regel und Spielerfeld aus den Top-Plätzen ist das Event mehr als eine Showveranstaltung.

Jason Ferguson hat die strategische Logik der Tour-Expansion klar formuliert: „This is part of a long term strategy to grow the sport globally. The Middle East is such an important area for snooker.“ Was er nicht ausspricht, aber meint: Der Nahe Osten zahlt grosszügig, und die Tour braucht diese Ressourcen, um das Preisgeld der WM ab 2027 auf 3 Millionen Pfund zu erhöhen.

Für Wettende ist Saudi-Arabien ein neuer Markt mit eigener Quotenlogik. Die Golden-Ball-Regel — eine bonusbasierte Spezialregel, die in keinem anderen Turnier existiert — schafft Wettmärkte, die statistisch kaum kalibrierbar sind. Quotenvolatilität ist hoch, und die Anbieter publizieren teilweise Sondermärkte mit deutlich höherer Marge.

Europa-Tour: viele Events, wenig Glamour

Neben Triple Crown, China und Saudi-Arabien gibt es eine Schicht von europäischen Tour-Events, die in der Schweizer Wahrnehmung oft untergehen. German Masters in Berlin, Welsh Open, Northern Ireland Open, Players Championship, Tour Championship.

Diese Events sind sportlich relevant, weil sie Ranglistenpunkte vergeben und die Setzliste für die WM beeinflussen. Aber sie sind aus Schweizer Wettsicht oft schwierig, weil weder Sporttip noch Jouez Sport sie typischerweise im Programm führen. Wer hier wetten will, muss bei ausländischen Anbietern spielen — mit allen steuerlichen und rechtlichen Konsequenzen.

Was diese Tour-Schicht trotzdem wettkulturell interessant macht, ist die Konstanz. Sie produziert über zwölf Monate verteilt einen kontinuierlichen Datenstrom — Form, Bracket-Auslosungen, Spielerstärke unter Druck — der für die Vorbereitung der grossen Turniere wertvoll ist. Wer das German Masters in Berlin und die Welsh Open im Detail verfolgt, kommt mit besseren Spielerprofilen ins Crucible als jemand, der nur drei Wochen vor der WM einsteigt. Diese Vorarbeit ist nicht direkt wettbar, aber sie zahlt sich indirekt aus.

Wett-Relevanz pro Eventtyp

Wenn ich meinen eigenen Saisonkalender markiere, mache ich es nicht nach Preisgeld, sondern nach Wett-Substanz. Triple Crown bekommt die maximale Aufmerksamkeit — tiefe Märkte, volle Outright-Listen, alle Spezialwetten. China-Events bekommen mittlere Priorität — gute Outrights, eingeschränkte Spezialmärkte. Saudi-Masters bekommt eine eigene Kategorie wegen der Golden-Ball-Mechanik.

Europäische Tour-Events spiele ich nur, wenn das Spielerprofil eine konkrete Wette nahelegt. Ein systematisches Saison-Wetten in Europa-Events ist für Schweizer Spieler wegen der Anbieterlage selten praktikabel. Wer den Schwerpunkt des Sports auf der einzelnen WM verstehen will, findet im Beitrag über die Triple Crown die strukturelle Einordnung.

Welches Turnier hat das höchste Preisgeld nach der WM?

Nach der WM ist die UK Championship das zweitreichste Triple-Crown-Turnier, mit einem Preisgeld, das in der Saison 2025–26 deutlich über 1 Million Pfund liegt. Im erweiterten Tour-Kalender liegen die China-Events wie die China Open in Taiyuan mit 1,2 Millionen Pfund in derselben Grössenordnung. Das WM-Preisgeld von 2,395 Millionen Pfund bleibt aber bis zur Erhöhung auf 3 Millionen Pfund ab 2027 unerreicht.

Wann beginnt die neue Saison nach der WM?

Die neue Snooker-Saison beginnt traditionell rund einen Monat nach dem WM-Finale, also Mitte Juni. Die ersten Tour-Events sind oft Qualifikationsturniere für die saisonalen Hauptevents. Die ersten grossen Preisgeldturniere fallen meistens in August oder September — historische Beispiele sind das International Championship in China und die Welsh Open im weiteren Saisonverlauf.

Geschrieben von der Redaktion „Snooker Wetten Bonus Schweiz”.

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